Infos zum Black Friday

 

Am 29. November ist es wieder soweit. Zum Black Friday bieten zahlreiche Geschäfte länger als 24 Stunden lang einmalige Rabatte und Sonderangebote und feiern so den Auftakt des Weihnachtsgeschäfts. Längst finden die Aktionen der Händler nicht mehr nur am Black Friday selbst statt, sondern werden auf eine ganze Black Week, ein Black Weekend oder bis zum Cyber Monday ausgeweitet.

 

 

In den USA ist der Black Friday seit Jahrzehnten eine feste Institution und bringt jedes Jahr Millionen Amerikaner dazu, sich früh am Morgen in riesigen Schlangen vor den Türen der Einzelhändler zu versammeln, um sich die besten Schnäppchen des Jahres zu sichern.

 

 

Traditionell findet der Black Friday immer am Freitag nach dem amerikanischen Erntedankfest, dem sogenannten Thanksgiving, statt. Obwohl er kein offizieller Feiertag ist, hat der Black Friday etwas von einem Shopping-Feiertag, da viele Angestellte ihn als Brückentag zwischen Thanksgiving (das immer auf einen Donnerstag fällt) und dem darauffolgenden Wochenende nutzen. In einigen Staaten, darunter Kalifornien, Florida, Texas und Washington, haben sogar Staatsangestellte den „Day After Thanksgiving“ offiziell frei. Die Händler nutzen diesen Umstand und locken die kaufwilligen Kunden immer früher in ihre Läden, teilweise sogar schon um Mitternacht. Da wundert es kaum, dass der Black Friday seit Jahren der umsatzstärkste Tag des Jahres für den amerikanischen Einzelhandel ist. Regelmäßig kommt es beim Black Friday in den USA zu tumultartigen Kämpfen um die besten Schnäppchen.

 

 

Anders als der Name vielleicht vermuten lässt, hat der Black Friday keinerlei Bezug zu dem in Deutschland bekannten „Schwarzen Freitag“ – in den USA „Black Thursday“ –, der den New Yorker Börsencrash von 1929 beschreibt. Am „Schwarzen Donnerstag“, dem 24. Oktober 1929, kam es an der New Yorker Börse zu massiven Kursverlusten, die dann aufgrund der Zeitverschiebung einen Tag später, am Freitag, die europäischen Börsen erreichten und eine weltweite Wirtschaftskrise auslösten.

 

 

In seiner heutigen Bedeutung tauchte der Begriff Black Friday in den USA erstmals in den 60er Jahren auf und beschrieb die Verkehrsstaus und Menschenmassen auf den Gehwegen, die sich für gewöhnlich an den beiden Folgetagen von Thanksgiving in den Städten bildeten. Diese zogen sich wie eine „Schwarze Masse“ durch die Einkaufsstraßen. Eine weitere Erklärung geht davon aus, der „schwarze“ Freitag sei ein Synonym für „schwarze Zahlen“, die die Geschäftsleute Jahr für Jahr ab diesem Tag schreiben. Denn aufgrund der enormen Umsätze, die am Black Friday gemacht werden, bringen an diesem Tag viele Händler ihre Bilanzen aus den „roten Zahlen“ in die Gewinnzone und gleichen mit den Verkäufen Verluste der Vormonate aus.

 

 

Was in Amerika funktioniert, funktioniert auch anderswo. Dachte sich zumindest Apple und brachte den Black Friday im Jahre 2006 erstmals nach Deutschland. Die Kultmarke aus Kalifornien bot ihre aus den USA bekannten Black Friday Angebote auch in den deutschen Apple-Stores und im Onlineshop an und sorgte damit für viel Aufsehen.

 

 

Vom Erfolg von Apple angelockt, sprangen immer mehr Händler auf den Zug auf und veranstalteten ebenfalls spezielle Sale Aktionen zum Black Friday. In den ersten Jahren waren es vor allem autorisierte Apple Händler, die den Black Friday in Deutschland bekannter machten. Später folgten große Elektronik-Händler, bevor ab 2013 auch Fashion-Stores den Black Friday für sich entdeckten.

 

Anders als in den USA, fand der Black Friday in Deutschland in den ersten Jahren fast ausschließlich online statt. Dies lag vor allem daran, dass Online-Aktionen sehr schnell und ressourcensparend umgesetzt werden können und Online-Händler naturgemäß sehr experimentierfreudig sind. Mit zunehmender Bekanntheit wurde der Black Friday aber schnell vom klassischen Handel aufgegriffen und fand so seinen Weg in die deutschen Innenstädte und Einkaufszentren. Nach ersten Experimenten, bei denen Online-Gutscheine auch in den Filialen eingelöst werden konnten, gab es im Jahr 2016 bereits hunderte Offline-Aktionen, die am und um den Black Friday herum im stationären Handel stattfanden.