Warum nutzen wir mehr das amerikanische Englisch?

 

Großbritannien ist doch viel näher an Deutschland dran. Und wenn man mal in die Geschichtsbücher schaut haben wir auch viel mit den Briten zu tun gehabt in der Vergangenheit.

Warum wird dann heute, gerade in der Wirtschaft, mehr das Amerikanische Englisch verwendet? Warum lehren Sprachschulen es oder warum wurde daraus das ‚Weltenglisch‘?

 

Die englische Sprache ist, nicht nur, weil sie in mehreren Ländern gesprochen wird, flexibel und muss es auch bleiben. Globalisierung und Schnelllebigkeit tragen ihren Teil dazu bei. Sprache lebt und bewegt sich über alle Kontinente. Sie wird weiter getragen und angepasst.

 

Das Amerikanische Englisch unterscheidet sich vom britischen Englisch (dem Commonwealth English) hauptsächlich in der Aussprache und im Wortschatz, in einigen Fällen auch in der Grammatik, der Rechtschreibung und der Zeichensetzung. Zusammen mit dem sehr ähnlichen kanadischen Englisch bildet es die Gruppe der nordamerikanischen englischen Standardsprachen und ist das weltweit meist gesprochene Englisch.

 

Vorwiegend durch Fernsehen, Fernsehserien und Kinofilme entstand die Verbreitung des amerikanischen Englisch. Die Entwicklung wird oft als Weiterentwicklung der Sprache des Mutterlandes angesehen. Allerdings sind die Unterschiede zwischen den beiden, dem britischen und dem amerikanischen Englisch, relativ gering. Es besteht die Tendenz zur Annäherung beider, ähnlich den lokalen Dialekten des Deutschen.

 

Einige Wörter des britischen Englisch gibt es im amerikanischen Wortschatz nicht oder in einer anderen Bedeutung. Starke Unterschiede bestehen zwischen britischem und amerikanischem Jargon. Die Aussprache des amerikanischen Englisch weist große Ähnlichkeiten zu jener des Nachbarlandes Kanada auf.

 

Hier einige Veränderungen, die Noah Websters Rechtschreibreform aus dem Jahre 1806 für die Rechtschreibung des heutigen amerikanischen Englisch zur Folge hatte:

 

-        Anpassung von Wörtern französischen oder lateinischen Ursprungs an ihre Aussprache: Wörter, die im britischen Englisch auf -re oder -our enden, erhalten im Amerikanischen die Endungen -er bzw. -or. Zudem werden die Substantive dialogue und programme in den USA meist dialog bzw. program geschrieben.

 

-        unterschiedliche Verwendung der Endungen -ce und –se im Gegensatz zum britischen . Es entfällt die ansonsten übliche Unterscheidung zwischen dem auf -ce endenden Substantiv und dem auf -se endenden Verb in Wörtern wie practice und license, solange zwischen ihnen kein Unterschied in der Aussprache gemacht wird.

 

-        der ausschließliche Gebrauch des Suffixes -ize in Verben wie (to) organize oder (to) colonize; im Britischen können solche Verben auch mit -ise geschrieben werden.

 

-        unterschiedliche Verwendung des zweifachen L: Zum einen wird das L im amerikanischen Englisch nur verdoppelt, wenn es einem betonten Vokal folgt. Zum anderen finden sich in Wörtern wie (to) enroll, installment, skillful zwei L.

 

-        Bevorzugung kürzerer und vereinfachender Schreibweisen, die durch Änderung oder Wegfall bestimmter Buchstaben, die für die Aussprache unerheblich sind, erfolgen können; Beispiele hierfür sind mold (statt mould) und judgment (statt judgement) sowie plow und draft für das britische plough bzw. draught. Andere Wörter griechischen oder lateinischen Ursprungs werden ebenfalls häufig vereinfacht; Beispiele hierfür sind encyclopedia (statt encyclopaedia) und maneuver (statt manoeuvre).

 

Bis zu einem gewissen Grade treffen die Abweichungen auch auf das kanadische Englisch zu. 

Eine allgemein anerkannte standardisierte Rechtschreibung für das kanadische Englisch gibt es nicht. Im Vergleich zu anderen englischsprachigen Nationen sind Kanadierinnen und Kanadier toleranter im Umgang mit fremden Schreibweisen und verwenden diese zum Teil sogar selbst.

Im Großen und Ganzen setzte sich das nordamerikanische Englisch, seiner Vereinfachungen halber, in der Geschäftswelt überwiegend durch. Auch ich lehre dieses vorwiegend, gehe aber immer auf Wünsche meiner Kunden ein und auch, mit welchem Englisch sie es zu tun haben.

 

Sprechen Sie mich an! Wie Webster schon sagte: Lernen soll Freude bereiten!