Amerikanisches Englisch - Wie und warum entstand es und warum lernen wir es?

 

Dass die Vereinigten Staaten begannen, ihre eigene Version der englischen Sprache zu verwenden, ist die Arbeit eines einzelnen Mannes zu verdanken – Noah Webster.

 

Geboren am 16. Oktober 1758 in West Hartford und gestorben am 28. Mai 1843 in New Haven, Connecticut, war er amerikanischer Lexikograf, Rechtschreibreformer, Publizist, Übersetzer und Schriftsteller. Nach seinem Studium an der Yale Universität 1778 begann Webster im Schuldienst zu arbeiten um Geld für sein Jurastudium zu sparen.

 

Als Lehrer bemerkte er schnell die Defizite im System der damaligen Zeit. Schulklassen hatten oft mehr als 50 Schüler und vor allem nutzten diese Bücher aus Übersee, welche keinen Bezug zu Menschen, Gepflogenheiten und Sprache der Kolonien hatten. Webster fand, ein amerikanisches Lehrbuch könne den Schülern helfen, das Nationalbewusstsein zu stärken und die Individualität der Kolonien anregen.

 

Als der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg 1783 endete gab Noah Webster das erste Wörterbuch, „The American Spelling Book“, heraus, welches er 1784 mit einem Grammatikbuch ergänzte.

Vorerst folgten seine Werke seiner eigenen Logik: Grammatik bildet sich aus der Sprache, nicht die Sprache aus der Grammatik.

Websters Logik entsprach vier Teilen: 1. Durchgängigkeit - 2. Wörter ähnlicher ihrer Aussprache schreiben - 3. dem Wortursprug treu bleiben - 4. offensichtliche Unterschiede zu Britischem Englisch schaffen.

Er bemängelte, dass in Normen festgelegte Grammatik den Grübeleien und Träumereien Londoner Aristokraten entspränge. Er hielt seine Grammatik einfach und die Leser konnten sich von amerikanischen Autoren inspirieren lassen. Webster fand, dass Lernen Freude bereiten solle!

 

Berühmt wurde Webster durch seine Wörterbücher. 1806 veröffentlichte er „A Compendious Dictionary of the English Language”, ein umfassendes Werk, welches 37.000 Wörter und zusätzliche Definitionen beinhaltete. In diesem Buch, wie in keinem anderen, wird die Geburt des Amerikanischen Englisch eindeutig. Er strich Buchstaben, ersetzte einige und fügte neue Wörter hinzu, wie z.B. ‚skunk‘ oder ‚squash‘ oder ‚chowder‘. Webster versuchte ebenso ‚soup‘ in ‚soop‘ oder ‚tounge‘ in ‚tung‘ zu ändern, was sich allerdings nicht durchsetzte. Er übernahm viel Technisches und Medizinisches aus dem Lateinischen und fügte dem Wörterbuch auch amerikanische Umgangssprache hinzu.

Um seine Arbeit zu verbessern und so viele Wörter wie möglich ihrer Herkunft zuzuordnen, lernte Noah Webster Teile von 26 verschiedenen Sprachen.  22 Jahre später, im Alter von 70 Jahren, beendete Webster die Arbeit am „American Dictionary of the English Language“, es umfasste zu dem Zeitpunkt 65.000 Wörter und zusätzliche Definitionen. Bis zu diesem Zeitpunkt in 1828 hat es so etwas noch nicht gegeben.

 

Nach Websters Tod war sein Name nicht markenrechtlich geschützt, so dass viele Verleger seinen Namen auf ihre Wörterbücher druckten. Die Brüder Merriam kauften die Rechte an der Fassung von 1828, und heute gilt der Merriam-Webster als das Standardwörterbuch des amerikanischen Englisch. Eine erweiterte Ausgabe erschien 1913.

 

Ø  Mehr Informationen zu Noah Webster findet man auch unter: https://www.noahwebsterhouse.org/. Viele interessante Geschichten durchziehen sein Leben. Z.B. beendete er sein Jurastudium nie. Er hatte acht Kinder und unzählige Enkel. Er traf Präsident Andrew Jackson bezüglich seines, im Kongress vorgeschlagenen, Gesetztes zum Urheberrecht…und vieles mehr…